Der Hochzeitsantrag war ein voller Erfolg, auch Termin und vielleicht sogar die Traumlocation stehen schon fest. Nur die Gästeliste bereitet Ihnen noch massives Kopfzerbrechen? Den wenigsten Bräuten wird es schwerfallen, eine Liste der Gäste zu erstellen, die man bei der eigenen Hochzeit gern dabei haben möchte. Knifflig wird es erst bei der Frage, wer nicht eingeladen wird. Mit diesen Tipps und Tricks gehört auch dieser Planungspunkt bald der Vergangenheit an.

Gäste zur Trauung

Wer darf kommen und wer nicht?

Fast jeder hat diese entfernten Verwandten, für die es ein Skandal wäre, würde man sie außen vor lassen. Auch Freunde, die ganz selbstverständlich davon ausgehen, dabei zu sein, obwohl sie gar nicht eingeplant sind, können während der Hochzeitsplanung zur aufreibenden Nervenprobe und unnötigem Stressfaktor werden.

Als ersten Schritt sollte man sich mit einem Entwurf der Gästeliste zunächst einen groben Überblick über alle eventuellen Stolpersteine verschaffen. Dazu gehört zum Beispiel der finanzielle Rahmen, die Größe der Location oder eine sehr weitläufige Verwandtschaft. Vorteilhaft ist auch ein Sortieren der Gäste nach Prioritätsgruppen. Das kann zum Beispiel so aussehen:

  1. Verwandte 1. und 2. Grades (Eltern, Geschwister, Großeltern, eigene (Enkel)Kinder)
  2. Trauzeugen und eventuell noch je einen weiteren engen Freund bzw. Freundin
  3. Verwandte 3. Grades, entferntere Verwandte, Taufpaten, Freunde
  4. Bekannte, Arbeitskollegen/Chef, Vereinsmitglieder, Pfarrer/Pastor

Mögliche Gästelisten-Strategien

Der Umfang der vorläufigen Gästeliste hat Sie für einen kurzen Moment schwindeln lassen oder es steht bereits der erste „Ehe“-Krach ins Haus? Kein Problem, denn es gibt zwei grundlegende Strategien, die den gefürchteten Dramen des Ein-, Aus- oder Garnicht-Einladens vorbeugen:

  • The more the merrier: Laden Sie einfach alle ein, die Sie dabei haben möchten und dabei haben „sollten“, und feiern Sie Ihre Hochzeit im ganz großen Stil. Problem: Sie benötigen dafür ein recht üppiges Budget.
  • Klein aber fein: Planen Sie Ihre Hochzeit als familiäre und sehr private Feier. Der engste Kreis besteht dabei meist aus Eltern, Geschwister, Großeltern, eigenen Kindern und Trauzeugen. Problem: Sie müssen eventuell auf wichtige Menschen verzichten.

Blumenspalier

Natürlich gibt es auch einen Mittelweg. Wer den einschlägt, muss sich aber auf ein emotionales Minenfeld vorbereiten. Sobald man den engsten Kreis der Feier etwas erweitert, sollte man zum Beispiel möglichst gleichberechtigt einladen. Sonst kann es schnell passieren, dass sich Tante Martina fragt, wieso Tante Karin eingeladen ist, sie selbst dagegen nicht und Streit ist vorprogrammiert.

  • Tipp: Sie sind sich unsicher bei Arbeitskollegen und dem Chef? Laden Sie nur diejenigen ein, bei deren Geburtstagsfeiern Sie waren oder deren Privatnummer Sie besitzen. Ausnahme: Von sieben Kollegen wird nur einer nicht eingeladen – dann doch lieber alle.

Nächste Hürde: Kinder und Partner von Gästen

Kinder auf der HochzeitAuch hier gilt, möglichst nach gleichem Maßstab einzuladen. Bei Kindern hilft eine Altersgrenze, um gegenüber verletzten Eltern eine Entscheidung plausibel rechtfertigen zu können. Allgemein sind Kinder bei einer nachmittäglichen Hochzeit kein Problem, rauschende Feste bis tief in die Nacht sind dagegen nichts für die Jüngsten. Beim Einladen von Partnern liegt die Schmerzgrenze zum einen bei Arbeitskollegen oder Vereinsmitgliedern, die je nach Anzahl auch allein eingeladen werden dürfen. Zum anderen bedeutet ein +1 bei Singles oft, dass man Wildfremde einlädt.

Mögliche Kompromisse für nicht geladene Gäste

Schweren Herzens mussten Sie doch einige, die Sie eigentlich wirklich gern dabei gehabt hätten, von der Gästeliste streichen? Oder es droht ein generationsübergreifendes Familiendrama, weil Sie Onkel August partu nicht in der Kirche dabei haben wollen? Bevor Ihre Freundschaften oder Familien daran zerbrechen, können diese Alternativen Abhilfe schaffen:

  • Zu großer Freundeskreis? Lockere Bekannte statt zur Hochzeit zum Polterabend einladen.
  • Neben der Familie haben enge Freunde nur noch wenig Platz? Die Clique freut sich auch über einen ausgelassenen Junggesellen- bzw. Junggesellinnenabschied.
  • Unliebsame Verwandte, die trotzdem dabei sein müssen? Statt zur späteren Feier nur zur Trauung oder zum Sektempfang einladen.

Gäste zur Hochzeit

Falls diese Kompromisse nicht möglich sind oder dennoch kein Frieden einkehrt, hilft leider nur tief durchatmen und standhaft bleiben. Schließlich soll die Hochzeit der schönste Tag in Ihrem Leben sein und nicht vorrangig Onkel August und Tante Martina glücklich machen. Wichtig ist dabei allerdings, dem Gegenüber ruhig und ehrlich zu erklären, wieso man sich so entschieden hat.

  • Tipp: Wer zögert, Verwandte nur deswegen nicht einzuladen, weil der Kontakt eingeschlafen ist – eine Hochzeit könnte (als ein Familienfest) die perfekte Gelegenheit für einen Neustart sein.

Wann werden die Hochzeitseinladungen verschickt?

Als Faustregel gilt, die Einladungen mindestens zwei Monate vor dem geplanten Hochzeitstermin zu versenden. Schließlich sind Details wie das Wann und Wo entscheidend für Terminplanung und Anreise. Wer sichergehen möchte, dass alle Liebsten auch wirklich dabei sind, kann an alle „Special VIPs“ schon vorab Save-the-Date-Karten verschicken. Da sie lediglich Hochzeitsabsicht inklusive Datum enthalten, bieten sie folgende Vorteile:

  • Können verschickt werden, obwohl außer dem Hochzeitsdatum noch nichts feststeht.
  • Gäste haben mehrere Monate länger Zeit, zu planen.
  • Absagen durch Urlaubsplanungen o. Ä. werden minimiert.
  • Je eher Flüge und Hotelzimmer gebucht werden können, desto kostengünstiger.
  • Hohe Kreativität möglich (z. B. als Flaschenpost, Puzzle, Luftballons, Bierdeckel…).

Um Missverständnissen vorzubeugen – schließlich müssen nicht alle Gäste mit diesem Trend vertraut sein – sollten Sie deutlich machen, dass die Save-the-Date-Karte eine verbindliche Einladung ist. Dafür reicht zum Beispiel schon der Hinweis, dass weitere Informationen und Details in der offiziellen Hochzeitseinladung folgen.