Entdeckt den Zauber der Hochzeitsnacht

Der krönende Abschluss einer Hochzeit sollte eigentlich die Hochzeitsnacht sein. Aber Hand aufs Herz: Ist dieser Brauch wirklich noch zeitgemäß? Ist die erste Nacht im Leben eines frisch vermählten Ehepaares etwas so besonderes? Es ist kaum anzunehmen, dass das Paar vor der Ehe noch nicht miteinander geschlafen hat. Die Jungfräulichkeit der Braut spielt wohl heute, außer bei Muslimen oder bei fundamentalistischen Christen, keine Rolle mehr.

Aber auch bei uns, im aufgeklärten Deutschland, gab es eine Zeit, in der Sex vor der Ehe absolut out war. Die Hochzeitsnacht, die früher Brautnacht genannt wurde, war ein Ritual, bei der die Ehe vollzogen wurde. Es war die Nacht nach der Trauung, in der der Bräutigam die Braut entjungferte. Man kann sich vorstellen, dass die Hochzeitsnacht nicht besonders romantisch abgelaufen sein kann. Erst nach ihrer Entjungferung wurde die Braut, die jetzt Ehefrau geworden war, als wirkliche Frau angesehen. Vor nicht allzu langer Zeit wurde eine unverheiratete Frau daher noch mit Fräulein angeredet.

Aber warum spielt die Hochzeitsnacht heute noch immer eine bedeutende Rolle? Warum ist dieser Brauch nicht wegzudenken? Nun ja, es reicht wahrscheinlich nicht, wenn das frisch vermählte Paar nach der Hochzeitsfeier nur miteinander ins Bett geht. Das machen sie sonst auch, das ist wohl nahezu Alltag im Leben eines Paares, das bereits lange zusammen ist. Aber was macht den Zauber einer Hochzeitsnacht aus? Es muss doch in dieser Nacht etwas geben, was anders ist als sonst.

Es ist das Ritual, die Atmosphäre, der besondere Ort, das Drum und Dran, das die Hochzeitsnacht zu einem besonderen Erlebnis werden lässt. So wird es wohl nicht sonderlich romantisch sein, die Hochzeitsnacht zu Hause, in vertrauter Umgebung zu verbringen. Nein, diese Nacht kann zu einem wirklichen Erlebnis werden, wenn das Paar aus der Routine ausbricht, wenn es die Nacht nach der Hochzeit woanders verbringt: in einem Hotelzimmer oder gar in einer Hochzeitssuite. Vielleicht erlebt das frisch vermählte Ehepaar die Hochzeitsnacht sogar während ihrer Hochzeitsreise,  an einem zauberhaften Ort, fern der Heimat. Die Umgebung muss einfach stimmen, es sollte ein Ort sein, an dem das Paar ganz für sich ist, wo es nach der schönen, aber doch anstrengenden Hochzeitsfeier entspannen, allein auf sich konzentrieren kann.

Das beginnt bereits in dem wunderschön hergerichteten Zimmer. Spezielle Hochzeitszimmer werden vom Hotelpersonal  mit bestimmten Accessoires verschönert: mit roten Rosen, auf dem Bett ausgestreuten Rosenblättern, zauberhaften Kerzen, zärtlicher Musik und vielem mehr. Eine Flasche Champagner steht bereit, vielleicht auch einige Leckereien. Es soll dem Brautpaar an nichts fehlen. Aber auch das jung vermählte Paar hat sich auf diese Nacht vorbereitet, und es soll wirklich eine besondere Nacht werden, eine Nacht, die nicht alltäglich ist. Dazu kann ein gemeinsames Bad beitragen. Das entspannt und lässt die Mühen der Hochzeitsvorbereitungen und den Stress während der Hochzeitsfeier vergessen. Aber zuvor muss natürlich die Hochzeitskleidung abgelegt werden. Die Braut wird ja wohl nicht in ihrem schönen Hochzeitskleid und der Bräutigam nicht in seinem eleganten Anzug in die Badewanne oder den Whirlpool steigen. Das gegenseitige Entkleiden sorgt schon mal dafür, dass es gehörig zwischen beiden knistert. Und wenn der frisch gebackene Ehemann seine Traumfrau in zauberhaften Dessous vor sich stehen sieht, wird er sich kaum noch halten können.

Aber sie lassen sich viel Zeit. Vielleicht entdecken sie sich auch völlig neu, sie erspüren  Wünsche ihrer Partnerin, ihres Partners, von denen sie vorher nichts ahnten. Sie könnten sich während der Hochzeitsnacht völlig neu entdecken. Eine gute Grundlage für die Ehe. So kann die Hochzeitsnacht ein einmaliges Erlebnis werden, fern jeglicher Routine. Diese Chance haben sie. Daher kann die Hochzeitsnacht so wichtig sein.